Was tun, wenn man einen Verkehrsunfall hatte?

Warndreieck

Ein unachtsamer Moment reicht oft schon aus und es rummst beim Einparken oder an der Kreuzung. Was dann zu tun ist, regeln die Straßenverkehrsordnung (StVO) und das Strafgesetzbuch (StGB) ganz klar.

Am Unfallort

Nach § 34 Abs. 1 Nr. 2 StVO gilt zuallererst: Bei (geringfügigem) Schaden unverzüglich beiseite fahren – keinesfalls mitten auf der Straße stehenbleiben! Dann müssen Sie die Unfallstelle sichern und etwa ein Warndreieck aufstellen. Danach helfen Sie, wenn nötig, den Geschädigten. Wenn bis auf das Blech der Autos niemand zu Schaden gekommen ist, stehen Sie vor der Frage, ob Sie die Polizei rufen. Was viele nicht wissen: Grundsätzlich besteht dazu keine rechtliche Verpflichtung. Die Unfallbeteiligten können sich ohne Polizei einigen und ihre Personalien austauschen.

Bei der Entscheidung, ob Sie die Polizei rufen, sollten Sie Folgendes bedenken: Sie trifft objektive Feststellungen, notiert Zeugen und hält erste Aussagen fest. Ist also etwa die Schuldfrage nicht geklärt, empfiehlt es sich, die Beamten hinzuzuziehen. Bei Straftaten wie Trunkenheit und Unfallflucht oder wenn es Verletzte gegeben hat, sollte immer die Polizei gerufen werden.

Warten und Geschädigte informieren

Ganz wichtig ist es, die geschädigte Person zu informieren, wenn niemand vor Ort ist. Dann müssen Sie am Unfallort bleiben und eine angemessene Zeit warten. Nach der Wartezeit dürfen Sie sich vom Ort entfernen, müssen aber unverzüglich die Meldung nachholen oder die Polizei informieren. Es reicht keinesfalls aus, nur einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen!

Um später nicht dem Vorwurf der Unfallflucht (§ 142 StGB) ausgesetzt zu sein, empfiehlt es sich in diesen Fällen, noch vom Unfallort die Polizei zu alarmieren.

Wenn Sie einen Verkehrsunfall anzeigen, ist die Polizei Berlin dazu verpflichtet, diesen aufzunehmen. Ruft der oder die andere Beteiligte die Polizei und fordert sie auf, am Unfallort zu bleiben, müssen Sie warten.

Während Sie auf die Polizei warten – und erst recht, wenn Sie die Beamten nicht gerufen haben – ist es für die Schadensabwicklung sinnvoll, den Unfallort und die beteiligten Fahrzeuge zu fotografieren. Machen Sie Übersichtsfotos von der Unfallstelle und Detailfotos von den entstandenen Schäden. Auch Unfallspuren (zum Beispiel Brems- oder Schleuderspuren) sowie den genauen Kollisionsort sollten Sie bildlich festhalten.

Auf Zeugen achten

Achten Sie auf Zeugen, die sich nicht zur Verfügung stellen und vom Ort entfernen möchten. Bitten Sie diese und alle anderen Zeugen natürlich auch, für die Polizei am Ort zu bleiben oder wenigstens ihre Personalien anzugeben. Notieren Sie sich Namen und Anschriften der Zeugen und der anderen am Unfall beteiligten Personen, die Kennzeichen beteiligter Fahrzeuge sowie, wenn bekannt, deren Versicherungsgesellschaften.

Zu Hause

Unabhängig vom Ausmaß des Unfalls: Sie werden froh sein, wieder in den eigenen vier Wänden zu sein. Nachdem Sie durchgeatmet haben, sollten Sie so schnell wie möglich noch einige wichtige Dinge erledigen.

Zum besseren Verständnis sollten Sie vorab wissen, dass die Polizei Verkehrsunfälle aus drei Gründen aufnimmt:

  1. Zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten,
  2. zum Schutz privater Rechte und
  3. um die Unfallstatistik zu befüllen.

Während Ihnen die Unfallstatistik egal sein dürfte, werden Sie die beiden anderen Gründe mehr interessieren. Dabei sind die Verfolgung der Verstöße und die zivilrechtliche Abwicklung – also wer welchen Schaden bezahlt – völlig getrennte Verfahren. Unter Umständen werden Sie in beiden Verfahren um eine Darstellung des Sachverhaltes gebeten bzw. Ihnen wird diese Möglichkeit eingeräumt.

Grundsätzlich sollten Sie sowohl ihre eigene (Fahrzeug-)Versicherung als auch die gegnerische informieren. Falls Sie den Namen der Versicherung nicht kennen sollten, hilft Ihnen der Zentralruf der Autoversicherer weiter.

Bei der Frage, ob Sie sich gegebenenfalls anwaltlich vertreten lassen, können wir ihnen keinen Ratschlag geben. Entscheiden Sie dies bitte selbst, vielleicht nach Beratung mit einer Person Ihres Vertrauens.

Sind Sie verletzt worden, sollten Sie überlegen, ob Sie Verletzungen ärztlich zum späteren Nachweis dokumentieren lassen, bevor diese wieder verheilt sind.

Wir hoffen, Sie haben sich hier nur vorsorglich informiert und wünschen Ihnen immer gute und unfallfreie Fahrt!

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