Was tun, wenn ich Zeuge einer Gewalttat werde?

Zeuge einer Straftat

Ob bei einem Überfall oder einer Gewalttat: Wer eine solche Straftat beobachtet, sollte weder den Helden spielen noch untätig zusehen. Aber was sollte man tun, um dem Opfer zu helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen? Hier die wichtigsten Tipps.

Alarmieren Sie als erstes die Polizei!

Ihr erster Impuls mag sein, aktiv in das Geschehen einzugreifen. Ihr wirkungsvollstes Werkzeug ist jedoch das Telefon: Rufen Sie so schnell wie möglich die kostenfreie Notrufnummer 110 an. Denken Sie bei dem Gespräch an die fünf W:

Wo sind Sie?

Was passiert gerade oder ist passiert?

Wie viele Verletzte gibt es?

Welche Arten von Verletzungen erkennen Sie?

Warten Sie auf Rückfragen der Polizei.

Versuchen Sie keine Heldentaten!

Es sieht im Fernsehen nach einer Kleinigkeit aus, einen Täter zu überwältigen. In der Realität bringen Sie sich jedoch vor allem selbst in Gefahr und können schlimmstenfalls sogar einen Beitrag dazu leisten, dass die Gewalt eskaliert. Bleiben Sie deshalb ruhig, wahren Sie sicheren Abstand zum Täter und versuchen Sie auch nicht, ihn an der Flucht zu hindern.

Suchen Sie sich Verbündete!

Sprechen Sie andere Menschen in der Nähe an und sagen Sie direkt: „Wir helfen jetzt zusammen!“

Machen Sie Lärm!

Schreien Sie laut! Das verunsichert den Täter, sorgt für Aufmerksamkeit bei anderen Personen und lässt auch das Opfer wissen: Ich bin nicht allein.

Rufen Sie beispielsweise laut: „Die Polizei kommt!“

In öffentlichen Verkehrsmitteln: Ziehen Sie die Notbremse!

Geschieht die Gewalttat in der U-Bahn, S-Bahn oder der Tram betätigen Sie eine der Notbremsen, die es in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. Scheuen Sie sich nicht, diese Vorrichtung zu nutzen – genau für solche Situationen gibt es sie. In der U- und S-Bahn führt die Betätigung der Notbremse im Bahnhofsbereich zum Halt, die Türen entriegeln und öffnen sich. Die Bahn fährt erst nach manueller Entriegelung der Notbremse durch den Fahrer weiter. Bei der Tram kommt es am Ort des Betätigens der Notbremse zum Halt, die Türen entriegeln und öffnen sich.

Der außerplanmäßige Halt verunsichert den Täter, das Öffnen der Türen ermöglicht Opfern die Flucht, setzt einen Fluchtanreiz beim Täter und ermöglicht der Polizei ein schnelles Eingreifen.

Bieten Sie dem Opfer einen Zufluchtsort!

Falls es die Situation erlaubt: Öffnen Sie dem Geschädigten Ihre Auto- oder Wohnungstür oder weisen Sie ihm beispielsweise den Weg in ein Geschäft.

Leisten Sie Erste Hilfe!

Ist das Opfer verletzt und der Täter hat sich entfernt – leisten Sie Erste Hilfe. Selbst das anteilnehmende Zusprechen führt zu einer Beruhigung beim Opfer und gibt ihm das Gefühl, nicht alleingelassen zu sein.

Melden Sie sich als Zeuge!

Unterstützen Sie das Opfer und die Arbeit der Polizei, indem Sie sich als Zeuge zur Verfügung stellen. Prägen Sie sich für Ihre Aussage das Aussehen des Täters so gut wie möglich ein. Machen Sie eine Skizze des Täters und schreiben Sie sich das Geschehen auf.

Aktion Tu Was

Wer sich für den Ernstfall wappnen will, kann die sechs Regeln der Polizei verinnerlichen, die hier auf der Seite www.aktion-tu-was.de erklärt werden. Daneben erhalten Sie dort umfassende Informationen zur Gewaltprävention und wie Sie sich schützen können.

Seminar der Polizei Berlin

Darüber hinaus führt die Polizei Berlin – Zentralstelle für Prävention – monatlich ein kostenfreies Seminar zum Thema „Umgang mit Aggression und Gewalt im öffentlichen Raum“ für alle interessierten Erwachsenen durch. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.berlin.de.

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