Der höhere Polizeivollzugsdienst nimmt Führungs- und Managementaufgaben vielfältigster Art wahr, wie z. B. die Leitung von Dienststellen mit erheblicher Personalverantwortung, die Erarbeitung konzeptioneller Vorgaben in Stäben, Aus- und Fortbildung, Erarbeitung, Analyse und Strukturierung von Konzepten zur Kriminalitätsbekämpfung und Prävention, die Organisation und Leitung von Einsätzen.

Der Erfolg polizeilicher Arbeit hängt dabei entscheidend von der Qualifikation, den Potenzialen und der Persönlichkeit der Führungskräfte ab. Deren Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft, fachliche Qualifikation, persönliche und soziale Kompetenz bestimmen maßgeblich die Entwicklung der Polizei des Landes Berlin.

Der Polizeipräsident in Berlin
Polizeipräsidium Stab
Platz der Luftbrücke 6
12101 Berlin

Simone Barz
PPr St III 112
Tel.: (030) 4664 903112
E-Mail

Einstellungsvoraussetzungen für den Höheren Dienst

In die Laufbahn des höheren Dienstes der Schutz- bzw. Kriminalpolizei darf eingestellt werden, wer

  • Deutsche/Deutscher im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes ist oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedslandes der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines Drittstaates, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben, besitzt,
  • die Gewähr dafür bietet, dass sie/er jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Verfassung von Berlin eintritt,
  • die erste und zweite juristische Staatsprüfung mit zusammen mindestens 13 Punkten bestanden hat oder die erste juristische Staatsprüfung mit mindestens mit der Note „befriedigend“ bestanden hat oder einen Hochschulabschluss (Master, Magister, Diplom (univ.), Staatsexamen) mindestens mit der Note „gut“ vorweisen kann,
  • Kenntnisse der englischen Sprache – Europäischer Referenzrahmen B 1 (werden geprüft) besitzt,
  • den Besitz einer Fahrerlaubnis für Personenkraftwagen mit “Schaltgetriebe” nachweist,
  • die Fähigkeit besitzt, eine Strecke von mindestens 200 m ohne Unterbrechung schwimmen zu können und einen entsprechenden Nachweis erbringt (z.B. Deutsches Schwimmabzeichen in Bronze), nicht älter als fünf Jahre,
  • den Einstellungstest besteht,
  • nach polizeiärztlicher Untersuchung vollzugsdiensttauglich ist. Auch Brillenträger können eingestellt werden, wenn eine für den Polizeivollzugsdienst ausreichende Sehfähigkeit nach einer Untersuchung durch den Polizeiarzt festgestellt wird. Die Regelungen für die Mindestsehleistungen im Polizeivollzugsdienst entnehmen Sie bitte den Hinweisen zur Polizeidiensttauglichkeit,
  • nach ihrer/seiner Persönlichkeit für den Polizeivollzugsdienst geeignet ist (einwandfreier Leumund, insbesondere keine Vorstrafen).

In Sommerkleidung sichtbare Tätowierungen stehen grundsätzlich einer Einstellung entgegen. Für kleine und unauffällige Tätowierungen sind Ausnahmen möglich. Unabhängig von der Sichtbarkeit sind alle Tätowierungen mit den polizeilichen Anforderungen nicht zu vereinbaren, die

  • rechts- oder linksradikale bzw. extremistische,
  • entwürdigende,
  • sexistische bzw. frauenfeindliche,
  • gewaltverherrlichende bzw. menschenverachtende Darstellungen beinhalten.

Das gilt ebenso für Brandings, Implantate und andere Körpermodifikationen.

Bewerberanforderungen

Auswahlverfahren

PC-gestützter Test

  • Kognitive Fähigkeiten / Intelligenz
  • Einschätzung der sozialen / persönlichen Kompetenzen (Persönlichkeitsstrukturtest)
  • Leistungsmotivation
  • Sprachkompetenz

Sportleistungsprüfung

  • Hindernisparcours (Querpferd, Parallelbarren, Stufenbarren, Bodenmatten, Bock, 1,80m Holzwand)
  • 2.000m – Lauf (Männer max. 09:20 min.; Frauen max. 11:20 min / ab einem Alter von 30 Jahren Männer max. 09:50 min; Frauen max. 11:50 min)

Persönliche Vorstellung

  • Polizeiärztliche Untersuchung
  • Assessmentcenter
  • Vorstellung bei der Behördenleitung

Hindernisparcours (grafische Darstellung)

Hindernisparcours (Video)

Was erwartet mich?

Probezeit/Ausbildung

Zugang mit zweiter juristischer Staatsprüfung
Sie werden im Beamtenverhältnis auf Probe mit der Amtsbezeichnung Polizeirätin/-rat oder Kriminalrätin/-rat eingestellt. Die regelmäßige Probezeit dauert drei Jahre. Während der Probezeit erfolgt eine Unterweisung in den Aufgaben der Laufbahn. Hierbei haben Sie die Gelegenheit, diverse Dienststellen der Polizei Berlin und einen halbjährigen Lehrgang an der Deutschen Hochschule der Polizei (Link) hospitierend zu besuchen.

Zugang mit 1. Juristischer Staatsprüfung oder mit Hochschulabschluss (Master, Magister, Diplom (univ.), Staatsexamen)
Sie werden im Beamtenverhältnis auf Widerruf mit der Amtsbezeichnung Polizeireferendarin/-referendar oder Kriminalreferendarin/-referendar eingestellt. Während der ersten sieben Monate haben Sie Gelegenheit, diverse Dienststellen der Berliner Polizei hospitierend kennenzulernen. Ab 1. Oktober 2021 absolvieren Sie ein zweijähriges Mastertudium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (1 Jahr) und an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster (1 Jahr). Den Abschluss bildet die Verleihung des Hochschulgrades Master of Arts (M.A.)

Unser Ausbildungsprogramm qualifiziert Sie für die Übernahme aller Positionen des höheren Dienstes der Schutz- und Kriminalpolizei. Klassische Beispiele von Führungspositionen im höheren Polizeivollzugsdienst sind u.a.: Abschnittsleiter/-in, Kriminalinspektionsleiter/-in, Leiter/-in eines Stabsbereichs, Dezernent/-in.

Was muss ich dafür mitbringen? Was wird mich im höheren Dienst erwarten?

Mitarbeiterführung, Mitarbeiterorientierung

Sie übernehmen eine Führungsfunktion, mit der Personalverantwortung für zwischen 10 bis 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Abhängigkeit mit der Art der Dienststelle verbunden ist.

Neben der Verantwortung für die Aufgabenverteilung und -erledigung gehört ebenso die Personalentwicklung und Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Aufgaben als Führugnskraft.

Motivation für Themen der Polizei und Führung

Sie sind motiviert, die Zukunft der Polizei Berlin maßgeblich mitzugestalten.

Als Führungskraft im höheren Polizeivollzugsdienst verfügen Sie über einen hohen Gestaltungsspielraum. Sie interessieren sich für Themen, die die Gesellschaft und Polizei von morgen betreffen.

Lernbereitschaft, Hohe Auffassungsgabe, Stresstoleranz

Sie lernen sehr viel Neues in kurzer Zeit.
Sie werden im Rahmen eines Studiums an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster auf die Aufgaben im höheren Polizeivollzugsdienst sowie auf die Führungstätigkeit im höheren Dienst vorbereitet.

Hierfür ist auch eine hohe Eigenmotivation und Entwicklungsbereitschaft erforderlich.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Sie können Ihren Beruf mit Privatem vereinbaren.
Dies ist durch eine flexible Arbeitszeitgestaltung und die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung im Rahmen der dienstlichen Notwendigkeiten in nahezu allen Funktionen gewährleistet.

Rotieren

Sie sind bereit, lebenslang zu lernen. Sie können in unterschiedlichen Dienststellen eingesetzt werden, in der Regel wechseln Sie zu Beginn alle zwei bis drei Jahre zu einer anderen Dienststelle. Eine wichtige Voraussetzung ist Offenheit und Neugier für verschiedene Themen und die Bereitschaft, sich in immer wieder neue Themen einzuarbeiten.

Lebenslanges Lernen, Entwicklungsbereitschaft, Flexibilität

Sie werden dort eingesetzt, wo es aktuellen Bedarf gibt und wo Sie Ihre Fähigkeiten gut einbringen können. Zum Beispiel ist auch eine vorübergehende Tätigkeit in einer neu gegründeten Projektgruppe, bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport oder an der Hochschule für Wirtschaft und Recht möglich oder Sie können auch laufbahnübergreifend eingesetzt werden. Sie haben vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.